Bindungsbedingungen

Die Steinzeit lässt grüßen

In den letzten Jahren habe ich immer wieder die Beobachtung gemacht, dass erwachsene Menschen immer noch in den Mustern agieren, die sie in ihrer Ursprungsfamilie erlernt haben, auch wenn dieses Verhalten für sie eigentlich mittlerweile unnötig oder sogar ungeeignet scheint. Die Ursache dafür sehe ich in vormoderner Zeit, in der allein die Anbindung an die Familie bzw. Gruppe das Überleben sicherte, es aber auch für die Gruppe überlebensnotwendig war, dass sich alle an bestimmte Regeln hielten, z.B. bei der Jagd oder in bestimmten Gefahrensituationen. Der Einzelne musste sich und seine Wünsche und Bedürfnisse denen der Gruppe unterordnen, wollte er ein Mitglied der Gruppe werden oder bleiben.

Bindungsbedingungen

Diese einzuhaltenden Regeln nenne ich Bindungsbedingungen. Es gibt negative Bindungsbedingungen für deren Einhaltung ich mich zurücknehmen oder verbiegen muss. Aber auch positive Bindungsbedingungen, bei denen ich mein Wissen, Können oder meine Persönlichkeit in die Gruppe einbringe, darüber Anerkennung bekomme und die Bindung an die Gruppe festige, weil ich einen mehr oder weniger wichtigen Beitrag leiste.

Stress, Depressionen, Angst

Wurde ich über negative Bindungsbedingungen an meine Familie gebunden, prägt mich das als Person oft massiv. Es kann so weit gehen, dass ich von meinem Unterbewusstsein daran gehindert werde, einzelne Teile meiner Persönlichkeit zu leben. Komme ich in die Verlegenheit diese Teile doch einmal leben zu wollen oder zu müssen, kann es sein, dass ich darauf mit Stress, Depressionen, Angst und verschiedensten Vermeidungsstrategien reagiere.

Diese einmal erlernten Bindungsbedingungen verschwinden nicht einfach, wenn wir erwachsen sind oder einer anderen Gruppe angehören. Die Lernerfahrung liegt oft im Unbewussten und das daraus entstandene Verhalten wird von unserem Unterbewusstsein so lange als richtig angesehen, bis wir es ganz bewusst neu definieren.

Technik zur Selbstheilung

Ich habe dazu eine Technik entwickelt, die zwar relativ einfach ist, aber ein gewisses Grundverständnis in die Abläufe unseres Unterbewusstseins erfordert. Dieses Grundverständnis habe ich in einem  Arbeitsbuch zusammengefasst und gebe es auch gerne in Einzelsitzungen, Vorträgen und Seminaren weiter.