Lernerfahrungen korrigieren

Ein möglicher Weg

„Durch Bindungsbedingungen werde ich entscheidend für mein späteres Leben geprägt. Denn ich lerne an dieser Stelle, wie ich später mit meinem Partner, meinen Kindern, dem Chef, Freunden und nicht zuletzt mit mir selbst und meinen Gefühlen umgehe.

Die Verletzungen und Verhaltensmuster, die durch die negativen Bindungsbedingungen dann bei mir entstehen, gebe ich unbewusst auch oft wieder an meine Kinder weiter.

Wenn mir aber bewusst wird, dass in meiner Ursprungsfamilie etwas ungünstig gelaufen ist, versuche ich das zu verändern: „So wie meine Eltern das mit mir gemacht haben, hat es mir nicht gut getan. So mache ich das nicht!“ Ich steige aus dem Muster aus und überlege mir bewusst ein Verhalten für diese Situationen, das ich für sinnvoller halte.

An dieser Stelle zeigt sich der Weg zur Heilung:

Sieben Punkte

1. Mir muss bewusst werden, dass es in meinem Leben etwas zu verändern gilt.

2.  Ich brauche den Willen diese Veränderung wirklich herbei zu führen und das kleine bisschen Mut den Weg zu gehen.

3.  Ich muss die alten Bindungsbedingungen finden.

4.  Ich erkenne, wie mein Unterbewusstsein mich davor bewahrt hat, gegen diese Bindungsbedingungen zu verstoßen, indem ich mir die Verhaltensmuster bewusst mache, die daraus entstanden sind.

5.  Ich mache mir bewusst, dass ich diese alten Bedingungen und Muster nicht mehr brauche und sie mir heute oft sogar völlig hinderlich sind. Daraus entwickele ich eine neue, erwachsene Sicht auf die Situationen als Alternative zum alten Verhalten und formuliere sie in einem lösenden Satz.

6.  Ich formuliere eventuell positive Bindungsbedingungen.

7.  1 x machen! Die Angst überwinden und das Muster durchbrechen. Das Unterbewusstsein erkennt, dass es einen besseren, gangbaren Weg gibt.

Bewusst verändern

Die Reihenfolge der Punkte 3, 4, 5 und 6 ist unerheblich. Es kann sein, dass ich ein Verhalten von mir als Ausgangspunkt nehme (also das entstandene Muster) und mir überlege, ob eine bestimmte Situation oder ein wiederkehrendes Verhalten meiner Familie mich dort geprägt haben. Daraus kann ich dann die Bindungsbedingung erkennen und entsprechend den lösenden Satz und, wenn gewünscht, eine positive Bindungsbedingung als Alternative formulieren.

Vielleicht gehe ich auch von einer Schlüsselsituation aus, die mich verletzt hat. Dann ist es wichtig für mich herauszufinden, gegen welche Bedingung ich verstoßen habe und wie diese Situation mein Verhalten verändert hat. Auch hier finde ich dann erst den lösenden Satz mit dem erwachsenen Verhalten, mit dem ich ab jetzt in solchen Situationen reagieren möchte und definiere, wenn nötig, die Bindung neu.

Die dritte Möglichkeit ist, dass mich irgendein Verhalten von mir sehr stört und ich formuliere, wie ich ab jetzt damit umgehen möchte. Auch hier ist es dann notwendig, die Ursache und die Auswirkungen einmal genau zu benennen.

Warum das so wichtig ist und wie Bindungsbedingungen, Muster und lösende Sätze aussehen können, erkläre ich auf den nachfolgenden Seiten…“

(Auszug aus meinem Arbeitsbuch Selbstheilung – wie geht das eigentlich?)