Das Unterbewusstsein ist auch nur ein Mensch

Manchmal läuft´s einfach falsch     

„Ein Beispiel für eine falsche Schlussfolgerung meines Unterbewusstseins:

 Singen

Ich werde als Kind für einen Mittagsschlaf ins Bett gelegt und soll leise sein, da auch meine Eltern einen Mittagsschlaf machen wollen. Ich bin aber gar nicht müde und vertreibe mir die Zeit damit, aus vollem Hals zu singen. Man stürmt wütend in mein Zimmer und bestraft mich dafür.

Mein Unterbewusstsein kombiniert: Wenn man mich singen hört, gibt es Ärger! Für das Singen wurde ich bestraft und es hat mich in dem Augenblick hauptsächlich beschäftigt. Deshalb verknüpft das Unterbewusstsein die Zurechtweisung mit dem Singen. Das war in dem Augenblick relevanter, als einfach nur leise zu sein.

Später bereitet es mir größtes Unbehagen zu singen, wenn andere mich hören können. Wenn möglich vermeide ich es, obwohl ich sehr gerne singe.“

(Auszug aus meinem Arbeitsbuch  Selbstheilung – wie geht das eigentlich?)

Die Zugehörigkeit ist überlebenswichtig gewesen

Das Unterbewusstsein lernt aus Erfahrungen, die ich mache und zieht daraus Schlüsse für das Verhalten, das ich zeigen sollte, damit ich nicht die Zugehörigkeit zur Familie / Gruppe / Partner verliere. Dafür verdrängt es auch schon mal Teile meiner Persönlichkeit, die dieser Anbindung im Wege stehen könnten.

Singe ich zum Beispiel leidenschaftlich gerne, werde aber in Situationen in denen ich singe immer wieder, oder einmal sehr heftig, zurecht gewiesen, wird mir das Singen immer weniger Spaß machen. Die Zurechtweisung muss sich gar nicht auf das Singen selbst beziehen.

Ich habe kein gutes Gefühl mehr beim Singen, denn mein Unterbewusstsein hat ja in der oben beschriebenen Situation geschlussfolgert, dass das Singen Ärger einbringt. Immer wenn ich eigentlich Lust hätte laut los zu singen und mich dabei jemand hören könnte, bekomme ich Angst und lasse es lieber, verdränge das Singen und damit etwas, das mir große Freude machen würde.

Verdrängung statt Freude 

Wenn so etwas sehr früh in meiner Kindheit passiert oder sehr massiv bestraft wurde, ist mir vielleicht gar nicht mehr bewusst, wie viel Freude es mir macht zu Singen, zu Malen, zu Tanzen, zu Träumen oder was auch immer damals von meiner Familie abgelehnt wurde.

Da das Unterbewusstsein manchmal eben falsche Schlussfolgerungen zieht, ist es später oft schwierig die richtigen Ursachen für eine Angst zu finden. Wenn ich die Ursache aber nicht finde, kann ich die Angst auch nicht verändern. Ich falle immer wieder in eine Angst und weiß überhaupt nicht warum.

An dieser Stelle bietet die Kinesiologie mit ihrer Möglichkeit mit dem Unterbewusstsein zu kommunizieren eine Chance diese Ursprünge der Angst zu finden.

In der nächsten Woche schreibe ich über die Reaktionsmöglichkeiten in angstauslösenden Situationen, die uns außer Angriff, Starre oder Flucht noch zur Verfügung stehen.